Die Erzhämmer pochten bereits vor langer Zeit in Mauterndorf

Ruinen der Hammerwerke in Mauterndorf

Der Eisennagel im Wappen von Mauterndorf erinnert an die Zeit vom 16. bis ins 19. Jahrhundert, als die Verarbeitung von Eisen hier im Salzburger Lungau eine große Rolle spielte. Es gab drei große Hammerwerke, von denen auch jetzt noch Gebäude vorhanden sind.

Bereits die Römer entdeckten den Reichtum unserer Berge und im Mittelalter gab es kaum ein Seitental, in dem nicht Erz geschürft wurde. Sogar eine Urkunde aus dem Jahr 1287 berichtet uns erstmals, dass man im Salzburger Lungau Gold, Silber und andere Erze gefunden hat. Immer mehr Schätze gaben die Berge frei und im 16. und 17. Jahrhundert erlebte der Lungauer Bergbau eine besondere Glanzzeit.

Im Rotgültental und auf der Göriacher Alpe wurde nach dem giftigen Arsen gegraben. In Schellgaden an der oberen Mur gab es Gold, Silber und Blei gewann man bei Ramingstein. Kupfer wurde in Zederhaus gefunden. Nickel, Wismut und Kobald gab es bei der Zinkwand im hintersten Weißpriachtal. Kupferkies und silberhältiges Felderz entdeckte man im Seekar. Nach Eisen wurde im Bundschuhtal und im Kendlbrucker Graben geschürft.

Der Mittelpunkt dieser einstmals blühenden Bergbautätigkeit war unser Markt Mauterndorf.

Bereits im Jahr 1554 bestand außerhalb von Mauterndorf, im Schizentrum Mauterndorf,  an der Straße nach Obertauern ein Drahthammer und ein Schmelzofen. Daher hatten auch im 17. Jahrhundert mehrere Gewerken ihren Sitz in Mauterndorf, dessen Blütezeit in diese Epoche fällt. Noch erzählen wettergraue Ruinen von jenem goldenen Zeitalter  unserer Heimat, als hier die reichen Gewerken, wie die Bergbauunternehmer hießen, die Erzhämmer pochen ließen, die das gewonnene Erz zu mannigfachen Produktion verarbeiteten.

Hier saßen die reichen adeligen Gewerkengeschlechter der Jocher und Grimming und die bürgerlichen Gewerken der Rexeisen und Anthofer, sowie Gilg Löcker, der einstige Besitzer des heutigen Spreitzerhauses, der sogar einen Stollen in den Traning treiben ließ. Eventuell war auch die Frauenhöhle ein begonnener Bergbaustollen?

Das  Eisenerz lieferten unseren Gewerken zum größten Teil die Bergbaue im Bundschuhgebiet, dessen Erzlager sich bis in die kärnternische Innerkrems hinüberzogen, wo man ebenfalls fleißig auf Eisenerz schürfte. Da sich im Bundschuh die Stollen ziemlich hoch am Berghang befanden, wurden die Erze vorwiegend im Winter abtransportiert. Man füllte die Erzklumpen in Schweinssäcke, band sie in einer langen Reihe wie Knackwürste zu einem Sackzug, und damit fuhr ein geübter Bergknappe, auf dem ersten Sack sitzend, über den hartgefrorenen Schnee ins Tal. Um nicht arg bremsen zu müssen, lenkte er seinen Sackzug auf steilen Lehnen in weitem Bogen aus. Das Erz wurde dann im Bundschuhtal mittels Holzkohle geschmolzen und dieses Roheisen mit Ochsenkarren nach Mauterndorf geführt, wo es die Gewerken verarbeiten ließen.

Als Brennstoff für die Eisenverarbeitung wurde in Meileranlagen Holzkohle hergestellt, aber auch Holz und Torf standen als Energiequelle im Lungau zur Verfügung. Das Eisen wurde zu Drähten gezogen, zu Feineisenprodukten gewalzt und gehämmert.

Geliefert wurde nach Salzburg, Tirol, Ober- und Niederösterreich, Bayern und in die Steiermark, sowie nach Venedig. Es sind sogar Lieferungen bis in den Orient bekannt.

Im 18. Jahrhundert aber war die Glanzzeit der Hammerwerke allmählich vorbei. Die Bergbaubetriebe wurden immer teurer und unrentabler, da man nicht frühzeitig zu einer moderneren Eisengewinnung überging, sondern an den alten Methoden festhielt.

Die große Eisenindustrie brachte die kleinen Gewerkschaften zum Erliegen.

Wo einst die Erzhämmer pochten, wachsen nun Sträucher und junge Bäume in den alten Gemäuern. Bei einem Spaziergang zum Schizentrum sind die alten Ruinen noch gut ersichtlich.

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